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1939–1945 · USA

M26 Pershing

Der Pershing kam erst in den letzten Kriegsmonaten nach Europa. Seine Geschichte verbindet eine stärkere Hauptwaffe und neue Fahrzeugtechnik mit knappen Stückzahlen, den Erfahrungen seiner Besatzungen und den Schwierigkeiten der frühen Nachkriegsnutzung.

Künstlerische KI-Illustration: M26 beziehungsweise T26E3 mit 90-mm-Kanone M3; technischer Bezug: US-Ordnance-Katalog, kein T26E4 Super Pershing und kein M46 in einer Landschaft
Künstlerische KI-Illustration · M26 beziehungsweise T26E3 mit 90-mm-Kanone M3; technischer Bezug: US-Ordnance-Katalog, kein T26E4 Super Pershing und kein M46 · keine historische Aufnahme oder maßstäbliche technische Zeichnung.

DAS BESCHRIEBENE FAHRZEUG

Technische Daten

M26 beziehungsweise T26E3 mit 90-mm-Kanone M3; technischer Bezug: US-Ordnance-Katalog, kein T26E4 Super Pershing und kein M46

Kenndaten der beschriebenen Ausführung
Besatzung5: Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze, Fahrer und Beifahrer/Bugschütze [1, 3]
Gesamtgewicht im Katalog92.000 lb, rund 41,7 t [1]
Länge mit Rohr nach vorn28 ft 8 3/16 in, rund 8,74 m [1]
Wannenlänge20 ft 9 1/8 in, rund 6,33 m [1]
Gesamtbreite11 ft 6 1/4 in, rund 3,51 m [1]
Höhe im Katalog9 ft 1 3/8 in, rund 2,78 m [1]
Hauptbewaffnung90-mm-Kanone M3 [1, 7]
Munitionsvorrat Hauptwaffe70 Schuss [1]
NebenbewaffnungZwei .30-M1919A4, koaxial und im Bug; ein .50-M2-HB auf dem Turm [1]
Obere Wannenfront4 in beziehungsweise 101,6 mm tatsächliche Plattenstärke [1]
MotorFord GAF, flüssigkeitsgekühlter V8-Ottomotor [1]
Motorleistung500 gross hp bei 2.600 U/min, rund 373 kW; Bruttoangabe [1, 6]
KraftübertragungTorqmatic mit Drehmomentwandler [1]
FederungDrehstäbe [1]
Höchstgeschwindigkeit im Katalog20 mph, rund 32,2 km/h [1]
Nomineller Fahrbereich im Katalog75 miles, rund 121 km [1]
Kraftstoffvorrat im Katalog186 US-Gallonen, rund 704 l [1]

Die Tabelle verwendet die zusammengehörigen Nennwerte des zeitgenössischen M26-Katalogblatts. Häufig genannte andere Geschwindigkeiten, Reichweiten und Tankvolumina werden nicht damit vermischt. Das Blatt unterscheidet tatsächliche Panzerplattendicke von einer rechnerischen Schutzbasis; hier steht die tatsächliche Dicke. Der T26E4 und der später neu angetriebene M46 werden nur zur Abgrenzung behandelt.

Ein neuer Panzer erreicht die Front spät

Der Pershing entstand am Ende einer längeren amerikanischen Entwicklungslinie. Neue Komponenten und die Erfahrungen des Krieges sollten in einen Nachfolger mit stärkerer Bewaffnung einfließen. Doch zwischen Versuchsfahrzeugen, Serienfreigabe und dem Eintreffen bei einer Frontdivision lagen unterschiedliche Entscheidungen. Der T26E3 wurde schließlich unter der Bezeichnung M26 bekannt.

Die offizielle Geschichte des amerikanischen Hauptquartiers in Europa beschreibt die ersten zwanzig Fahrzeuge, die der 12th Army Group zugewiesen wurden. Bei Elsdorf wurden sie Ende Februar 1945 eingesetzt. Der Pershing war damit Teil der letzten Kriegsphase im Westen, nicht der Panzer, mit dem die amerikanischen Verbände seit der Landung in der Normandie gekämpft hatten.

Quellen: [2], [1]

Stärkere Bewaffnung und eine neue Fahrzeuganordnung

Die 90-mm-Kanone M3 gehörte zum regulären Pershing. Seine Wanne verband sich mit einem gegossenen Turm und einem Drehstabfahrwerk. Der zeitgenössische Katalog beschreibt eine Reihe neuer Komponenten gegenüber älteren amerikanischen Panzern. Die Entwicklung betraf damit nicht allein das größere Kaliber, sondern ebenso Fahrgestell, Kraftübertragung und die Unterbringung der Menschen.

Der Name Super Pershing bezeichnet dagegen besondere Versuchsfahrzeuge. Das First Division Museum erläutert am erhaltenen T26E4 die erheblich verlängerte und leistungsfähigere Waffenanlage. Deren Daten dürfen nicht in eine Tabelle des gewöhnlichen M26 übernommen werden. Ähnliche Namen und Silhouetten verdecken sonst den Unterschied zwischen Serienfahrzeug und einem Versuch innerhalb derselben Entwicklungsgeschichte.

Quellen: [1], [7]

Fünf Arbeitsplätze hinter der bekannten Silhouette

Kommandant, Richtschütze und Ladeschütze arbeiteten im Turm; Fahrer und Beifahrer saßen in der Wanne. Die Rollen der später als Eagle 7 bekannten Besatzung sind namentlich dokumentiert. Das macht deutlich, dass ein Panzer keine von einem einzigen Menschen bediente Maschine war. Beobachtung, Verständigung und die Bedienung der Waffen mussten zusammenpassen.

Der erhaltene T26E4 des First Division Museum besaß ebenfalls fünf Besatzungsplätze. Die größere Versuchswaffe führte jedoch zu besonderen Platzproblemen mit ihrer langen Munition. Die Gegenüberstellung zeigt, weshalb Kaliber und Innenraum gemeinsam betrachtet werden müssen. Eine Veränderung der Hauptwaffe kann die körperliche Arbeit verändern, auch wenn die äußere Fahrzeugfamilie und die Anzahl der Menschen gleich bleiben.

Quellen: [3], [7]

Köln: Ein gefilmter Moment und seine spätere Erinnerung

Am 6. März 1945 kämpfte die Pershing-Besatzung Eagle 7 in Köln. Clarence Smoyer bediente als Richtschütze die Hauptwaffe. Die amerikanische Darstellung von 2019 verbindet den Einsatz mit den anderen Besatzungsmitgliedern und den Aufnahmen eines Kameramanns. Gerade diese Bilder machten den Panzerkampf in der Nähe des Doms außergewöhnlich bekannt.

Die spätere Auszeichnung der Männer erinnert daran, wie lange ein Kriegserlebnis nachwirkt. Zugleich darf der gefilmte Augenblick nicht als vollständiger Vergleichstest aller beteiligten Fahrzeuge gelesen werden. Er dokumentiert eine konkrete, tödliche Begegnung in einer zerstörten Stadt. Die Geschichte des Pershing umfasst deshalb ebenso menschliche Wahrnehmung und Erinnerung wie Waffen, Plattenstärken und Motorleistung.

Quellen: [3]

Korea bringt ältere Fahrzeuge erneut an die Front

Als 1950 der Koreakrieg begann, mussten amerikanische Dienststellen kurzfristig geeignete Panzer bereitstellen. Ein historischer Beitrag in der Heereszeitschrift ARMOR beschreibt drei M26 aus einem Depot in Tokio. Sie benötigten umfangreiche Arbeiten, bevor sie im Juli nach Pusan verschifft werden konnten. Die für leichtere Fahrzeuge ausgebildeten Menschen mussten sich gleichzeitig mit dem Pershing vertraut machen.

Die ersten Wagen litten unter Überhitzung, weil passende Lüfterriemen fehlten. Das Beispiel zeigt einen Engpass, der in einem Vergleich von Kanonen und Panzerungen kaum vorkommt. Ersatzteile, Ausbildung, Bahntransport und Zeitdruck entschieden mit darüber, ob ein vorhandener Panzer tatsächlich eingesetzt werden konnte. Technische Verfügbarkeit war eine organisatorische Aufgabe und keine automatische Folge der Lieferung.

Quellen: [4]

Der Weg zum M46 verändert den Antrieb

Die amtliche amerikanische Beschaffungsgeschichte beschreibt die Überarbeitung des Pershing als Teil einer begrenzten Modernisierung vor dem Koreakrieg. Der M46 erhielt einen neuen luftgekühlten Motor mit 810 horsepower anstelle der flüssigkeitsgekühlten 500-horsepower-Anlage des M26. Eine neue Kraftübertragung sollte zugleich die Bedienung erleichtern und den Fahrer entlasten.

Dieser Schritt erklärt, warum eine spätere Silhouette einem Pershing ähneln kann und trotzdem ein anderes technisches Datenblatt benötigt. Die Geschichte verlief über vorhandene Fahrgestelle und geänderte Baugruppen weiter. Entwicklung bedeutete also auch, bekannte Schwächen gezielt zu bearbeiten, statt stets ein vollständig neues Fahrzeug zu beschaffen. Der M26 bleibt dabei der Ausgangspunkt, nicht ein rückwirkend mit M46-Leistung ausgestatteter Panzer.

Quellen: [6]

Fotografien als Quellen für Bewegung und Alltag

Das Australian War Memorial bewahrt eine Aufnahme von amerikanischen M26 auf einer koreanischen Straße, entstanden ungefähr im Oktober 1950. Ein australischer Soldat beobachtet die vorbeifahrenden Fahrzeuge. Das Bild verbindet Panzer mit Landschaft, Verkehrswegen und verbündeten Truppen, ohne ein Gefecht oder einen technischen Versuch zu zeigen.

Solche Aufnahmen ergänzen die bekannten Kampfbilder aus Köln. Zusammen mit dem erhaltenen Versuchsfahrzeug und zeitgenössischen Unterlagen lassen sie unterschiedliche Fragen zu: Was wurde konstruiert, wie wurde es verwendet und welche Spuren blieben erhalten? Ein ausführliches Porträt gewinnt gerade aus dieser Verbindung, statt die Geschichte auf einen einzigen spektakulären Filmausschnitt zu reduzieren.

Quellen: [5], [7]

NACHLESEN & EINORDNEN

Quellen

  1. U.S. Ordnance Department: Catalogue of Standard Ordnance Items, Band 1 — originales M26-Katalogblatt, Digitalisat bei HyperWar/ibiblio
  2. U.S. Army Center of Military History: A Command Post at War — erste Pershings und der Einsatz bei Elsdorf
  3. U.S. Department of Defense, 2019: After Nearly 75 Years, Eagle 7 Tankers Pinned With Bronze Stars — Besatzung, Köln und Erinnerung
  4. ARMOR, Juli–August 2007 — die ersten M26 in Korea, Instandsetzung und Lüfterriemenprobleme
  5. Australian War Memorial: HOBJ1491 — US-Pershings auf einer koreanischen Straße, etwa Oktober 1950
  6. U.S. Army: Rearming for the Cold War, S. 172 — Motorwechsel und Weiterentwicklung zum M46, amtliche Beschaffungsgeschichte
  7. First Division Museum: T26E4 Pershing Tank — erhaltenes Versuchsfahrzeug und Abgrenzung vom serienmäßigen M26

Die Quellen behandeln unterschiedliche Bauzustände, Museumsfahrzeuge oder historische Fragen. Technische Daten sind deshalb nur zusammen mit der genannten Ausführung vergleichbar. Künstlerische Illustrationen sind keine Belege für technische Einzelheiten.

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